Geschehnisse im Jahr 1971
Rücktritt Ulbrichts
Der 78-jährige Staats- und Parteichef Walter Ulbricht erklärt seinen Rücktritt von fast allen Ämtern aus Altersgründen - allerdings nicht ganz freiwillig. Bei der Sowjetführung hatte er sein Vertrauen verspielt, weil er die Eigenständigkeit des DDR-Sozialismus betont hatte. Auch Erich Honecker hatte Ulbrichts Ablösung betrieben. Ulbricht folgt Moskaus Willen und empfiehlt, den 58-jährigen Erich Honecker zu seinem Nachfolger zu wählen. 28 Jahre später wird dieser selbst nicht ganz freiwillig abtreten.
Transitabkommen
In Bonn wird das Transitabkommen unterzeichnet. Es ermöglicht den ungehinderten Verkehr zwischen West-Berlin und “Westdeutschland” – wie die Bewohner der so genannten Inselstadt den Rest der Republik nennen. Von nun an soll der Personen- und Güterverkehr ohne Behinderungen abgewickelt werden. So erfreulich der fließende Verkehr für alle Beteiligten ist – die Bedeutung des Abkommens geht weit über die konkreten Regelungen hinaus.Das Transitabkommen ist das erste auf Regierungsebene geschlossene Abkommen beider deutscher Staaten.