Geschehnisse im Jahr 1961


Fluchtbewegung
In Scharen strömen DDR-Bürger in das West-Berliner Aufnahmelager Marienfelde. 1961 sind es mehr als jemals zuvor seit Gründung der DDR. Mitte der 50er Jahre hatten DDR-Bürger noch Visa für die Einreise in die Bundesrepublik erhalten können, die viele von ihnen zur “Republikflucht” genutzt hatten. Als diese Visa ab Januar 1958 nicht mehr erteilt werden, bleibt nur noch die Flucht über Berlin. Die innerdeutsche Grenze war bereits sechs Jahre zuvor geschlossen worden.
Danach sinkt die Zahl der Flüchtlinge von knapp 280.000 im Jahr 1956 in den folgenden drei Jahren auf gut die Hälfte. 

 


Mauerbau


Am Sonntagmorgen, den 13. August, trauen die Berliner ihren Augen nicht: Stacheldraht und bewaffnete Soldaten trennen die Westsektoren vom Ostsektor. Seit Mitternacht ist der öffentliche Nahverkehr unterbrochen. Weder hatte man ernsthaft mit einer Absperrung der Sektorengrenzen und der West-Berliner Stadtgrenze gerechnet, noch war irgendetwas von den entsprechenden Planungen Ost-Berlins durchgesickert.

 


Kennedys „Three essentials“


Bei seinem ersten Treffen mit dem neuen US-Präsidenten John F. Kennedy am 3. und 4. Juni 1961 in Wien erneuerte Chruschtschow das Berlin-Ultimatum. Kennedy konterte in einer Rundfunk- und Fernsehansprache am 25. Juli mit den Three Essentials, den drei unabdingbaren Grundsätzen:
- Das unantastbare Recht der Westmächte auf Anwesenheit in ihren jeweiligen Sektoren West-Berlins
- Das Zugangsrecht der Westmächte zur ehemaligen Reichshauptstadt Berlin
- Die Wahrung der Sicherheit und der Rechte der Bürger West-Berlins durch die westlichen Besatzungsmächte

Die Three Essentials wurden im Juni 1972 mit dem Inkrafttreten des Viermächteabkommens über Berlin gesichert.

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