Geschehnisse im Jahr 1963
Der „Alte“ (Adenauer) tritt ab
Nach 14 Jahren im Amt tritt Konrad
Adenauer als Bundeskanzler zurück.
Zwei Jahre zuvor hatte er im Zuge
schwieriger Koalitionsverhandlungen
mit der FDP diesen Schritt zugesagt.
Nun geht er im Alter von 87 Jahren –
wenn auch ungern. Sein Werk ist der
Wiederaufbaus Deutschlands und
die Westbindung der Bundesrepublik.
Das ist gelungen und wird allgemein anerkannt.
Doch die zunehmende Liberalisierung der
Gesellschaft macht dem Katholiken Adenauer
Sorge. Und er misstraut den Führungsqualitäten
seines Nachfolgers Ludwig Erhard.
Dessen Rücktritt wird er 1966 noch als Bundestagsabgeordneter erleben –
dann ist Erhard auch Adenauers
Nachfolger als CDU-Vorsitzender geworden.
Passierscheinabkommen
Zum ersten Mal seit dem Mauerbau vor gut zwei Jahren können West-Berliner wieder ihre Ost-Berliner Verwandten besuchen – allerdings nur zwischen dem 19. Dezember und dem 5. Januar. Das Passierscheinabkommen kommt auf Initiative des Westens zustande. Der Regierende Bürgermeister Willy Brandt erprobt – mit Billigung der CDU-Bundesregierung – seine Politik der Annäherung. Allerdings darf die nicht so weit gehen, dass dadurch der Rechtsstatus West-Berlins geändert oder gar die DDR als Staat anerkannt würde – auch wenn Ost-Berlin genau darauf hinarbeitet.