Geschehnisse im Jahr 1949


Gründung der Bundesrepublik (BRD 23 Mai 1949)


Wegen dem Scheitern der Londoner Außenministerkonferenz im Dezember 1947 wurde der Graben zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion unüberwindbar. In den Monaten Februar und März 1948 fand die Londoner Sechsmächtekonferenz mit den USA, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Luxemburg statt, die über die Bildung eines westdeutschen Staates und ein Bündnis zur Wahrung westlicher Interessen gegen das Machtstreben der Sowjetunion, diskutierten. Aus Protest gegen die Beschlüsse verließ der sowjetische Gesandte am 20. März den Alliierten Kontrollrat, welcher damit gescheitert war.


Mit der Währungsreform vom 20. Juni 1948, an der auch West-Berlin teilnahm, zeichnete sich das Wirtschaftswunder ab, das parallel zur Einführung der D-Mark den Schwarzmarkt allmählich austrocknete. Daraufhin verhängte die Sowjetunion am 24. Juni 1948 die Berlin-Blockade, worauf die Westalliierten ab dem 26. Juni 1948 mit der Luftbrücke nach Berlin reagierten.

 

Luftbrückendenkmal Berlin-Tempelhof, im Volksmund Hungerharke genannt


Am 1. Juli 1948 übergaben die Militärgouverneure Frankreichs, des Vereinigten Königreiches und der USA den westdeutschen Ministerpräsidenten die Frankfurter Dokumente, Papiere, in denen sie ihre Vorstellungen zur Bildung eines deutschen Staates mitteilten. 
Am 1. September 1948 trat der 65-köpfige Parlamentarische Rat unter Vorsitz von Konrad Adenauer in Bonn zusammen und arbeitete in den folgenden Monaten das Grundgesetz aus. 
Am 12. Mai 1949 genehmigten die drei westlichen Militärgouverneure das Grundgesetz, vorbehaltlich der Bestimmungen des Besatzungsstatuts. Am 12. Mai beendete die Sowjetunion die Berlinblockade.

Das Grundgesetz wurde von den Landtagen angenommen, es gab keine Volksabstimmung. Mit Anbruch des 24. Mai 1949 trat das Grundgesetz in Kraft: Die Bundesrepublik Deutschland war entstanden.


Besatzungsstatut
Das Besatzungsstatut wurde am 10. April 1949 von den drei westlichen Alliierten Frankreich, Großbritannien und den USA in Washington verabschiedet und dem Parlamentarischen Rat in einer Note übermittelt; am 12. Mai 1949 wurde es von den drei Militärgouverneuren und Oberbefehlshabern förmlich verkündet. Es ersetzte die Militärgouverneure durch (zivile) Hohe Kommissare und regelte die Abgrenzung der Befugnisse und Verantwortlichkeiten zwischen der neu einzusetzenden deutschen Regierung vom 15. September 1949 und der Alliierten Hohen Kommission. Es trat am 21. September 1949 in Kraft .
Mit dem Besatzungsstatut war die Bundesrepublik Deutschland nur begrenzt souverän, die Regierungen von Frankreich, den USA und Großbritannien räumten der Bundesrepublik das „größtmögliche Maß an Selbstregierung“ ein. Die Militärgouverneure behielten sich bestimmte Befugnisse vor, etwa im Bereich der Entmilitarisierung und den damit verbundenen Forschungsgebieten, der Beschränkung der Industrie und Zivilluftfahrt. Kontrollen der Außenpolitik, der Flüchtlingsproblematik, der Finanzverwaltung, der Innenpolitik sowie die Zustände in den Gefängnissen Westdeutschlands blieben ebenfalls möglich. Die Sicherheit der Alliierten stand im Vordergrund. Änderungen des Grundgesetzes bedurften formal der Zustimmung der Alliierten.


Hohe Kommission


Die Alliierte Hohe Kommission (AHK) war eine Einrichtung der Westmächte USA, Großbritannien und Frankreich, die ihren Sitz auf dem Petersberg bei Bonn hatte. Sie nahm eine Reihe von Vorbehaltsrechten gegenüber der Bundesrepublik Deutschland wahr. Ihre Befugnisse waren im sogenannten Besatzungsstatut geregelt, in dem die Alliierten Kontrollrechte festgelegt wurden. Sie begann ihre Arbeit am 21. September 1949. Durch die Veröffentlichung von Amtsblättern der Alliierten Hohen Kommission in Deutschland galten die von ihr erlassenen Gesetze im ganzen Bundesgebiet. Gedruckt wurden die Amtsblätter in Baden-Baden.

 

Petersberg bei Bonn, Sitz der Alliierten Hohen Kommission

Mit ihnen unterzeichnete Bundeskanzler Konrad Adenauer am 22. November 1949 das Petersberger Abkommen. Außer aus dem Rat der Hohen Kommissare bestand die AHK noch aus den von den Kommissaren gebildeten Ausschüssen und Körperschaften sowie dem Generalsekretariat.



Gründung der DDR (30.Mai 1949,7.10.1949)
Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) wurde am 7. Oktober 1949 auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone gegründet, nachdem zuvor mit Unterstützung der drei West-Alliierten auf dem Gebiet ihrer Besatzungszonen („Trizone“) die Bundesrepublik Deutschland gegründet worden war.
Nach der Wende 1989/1990 und dem damit einhergehenden Ende des Sozialismus in der DDR beschloss die erstmals freigewählte Volkskammer den Beitritt des Landes zur Bundesrepublik Deutschland. Mit der Deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 endete die Existenz der DDR.


Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe


Der 1949 gegründete Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe, im Westen oft als Comecon bezeichnet, war der wirtschaftliche Zusammenschluss der sozialistischen Staaten unter Führung der Sowjetunion. Er löste sich – wie das 1955 gegründete militärische Bündnis Warschauer Pakt (im Ostblock selbst als Warschauer Vertrag bezeichnet) – im Jahr 1991 infolge der politischen Umwälzungen des Jahres 1989 auf.

Werbung
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren: