Geschehnisse im Jahr 1989
Kommunalwahl in der DDR
40 Jahre lang sind die in der DDR abgehaltenen Wahlen bedeutungslos. Die Bürger werden unter Druck gesetzt, den Einheitslisten der Nationalen Front zuzustimmen, die Benutzung der Wahlkabine gilt als tabu. Zudem werden ablehnende Voten bei der Auszählung ignoriert beziehungsweise der Wahl Ferngebliebene aus der Statistik herausgerechnet. Doch bei den Kommunalwahlen am 7. Mai 1989 ist alles anders: In vielen Städten und Gemeinden erscheinen Bürger, die von ihrem gesetzlich verbrieften Recht, die Abstimmung und Auszählung zu beobachten, Gebrauch machen wollen.
„friedliche Revolution“ Mauerfall
Um 17 Uhr beginnt Politbüro-Mitglied Günter Schabowski seine Pressekonferenz anlässlich der Plenarsitzung des SED-Zentralkomitees. Nach fast zwei Stunden fragt der italienische Journalist Riccardo Ehrman nach der geplanten Neuregelung der Ausreise in den Westen. Der Hintergrund: Die DDR-Führung will den Strom der DDR-Bürger, die täglich über die CSSR und Ungarn in den Westen fliehen, über die eigenen Grenzübergänge leiten und so eine Art Ventil für die Unzufriedenen schaffen.