Geschehnisse im Jahr 1990


2+4 Vertrag


Nach anfänglichen Bedenken in London und Paris gewöhnen sich die Europäer in der ersten Jahreshälfte 1990 allmählich an die Aussicht auf ein wiedervereinigtes Deutschland. Die USA waren ohnehin dafür. Es fehlt noch die Zustimmung Moskaus, wo man sich besonders mit einer NATO-Mitgliedschaft Gesamtdeutschlands nicht anfreunden möchte. Im Mai gewährt die Bundesrepublik der UdSSR einen Kredit über fünf Milliarden D-Mark, und auch in den folgenden Monaten macht sich Bundeskanzler Kohl für die finanzielle Stützung der strauchelnden Sowjetunion und ihrer reformorientierten Führung stark.

Mitte Juli akzeptiert Sowjetpräsident Michail Gorbatschow während eines Besuchs von Bundeskanzler Kohl in Moskau und im Kaukasus die Bündnisfreiheit des vereinigten Deutschland. Im Gegenzug verpflichtet sich Bonn zu einem Verzicht auf ABC-Waffen und zu einer Truppenreduzierung. Außerdem sollen keine Truppen anderer Nato-Staaten in das Gebiet der DDR verlegt werden. Die Oder-Neiße-Grenze wird endgültig akzeptiert und die Ergebnisse der Bodenreform von 1945 werden festgeschrieben. Innerhalb von vier Jahren soll die Rote Armee aus Deutschland abziehen, zur Deckung der Abzugskosten überweist Bonn 15 Milliarden D-Mark nach Moskau.

Das Zwei-plus-Vier-Abkommen wird am 12. September in Moskau von den Außenministern der vier ehemaligen alliierten Siegermächte und der beiden deutschen Staaten unterschrieben. Zum 1. November setzen die Besatzungsmächte ihre Rechte auf deutschem Boden außer Kraft. Dem Vollzug der Einheit steht nichts mehr im Wege.


Deutsche Einheit


Die Deutschen feiern die Wiedervereinigung ihres Landes nach über vier Jahrzehnten Teilung. Nach dem Läuten der Freiheitsglocke im Rathaus Schöneberg wird vor hunderttausenden Zuschauern eine große schwarz-rot-goldene Flagge vor dem Reichstagsgebäude aufgezogen, die Nationalhymne erklingt und wird von der Menge mitgesungen. Es folgt ein Feuerwerk.

 

 

 

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